Der VOTUM Verband kritisiert den abschließend verhandelten Kompromisstext zur Retail Investment Strategy: Die RIS droht, qualifizierte persönliche Beratung regulatorisch weiter zu belasten und systematisch abzuwerten, während standardisierte, breit gestreute, nicht-komplexe und kosteneffiziente Produkte faktisch erleichtert werden. Der Verband warnt vor einer verkürzten Kostenlogik, neuen Haftungsrisiken für Vermittler und einer gefährlichen Schieflage zugunsten digitaler Direktvertriebsmodelle.
Der VOTUM Verband hat sich mit einer Anfrage an BaFin und DIHK gewandt: Marktführende KI-Systeme wie ChatGPT und Claude sprechen individuelle Versicherungsempfehlungen aus – ohne die dafür erforderliche Erlaubnis nach § 34d GewO. Während zugelassene Vermittler strengen Beratungs- und Haftungspflichten unterliegen, fehlt bei KI-Anbietern jede Absicherung. Der Verband fordert Klarheit zu Zulassungsfragen, Haftungsansprüchen und Verbraucherschutz im rechtsfreien Raum.
Der VOTUM Verband begrüßt zentrale Verbesserungen bei der Reform der privaten Altersvorsorge, insbesondere die Einbeziehung von Selbstständigen sowie die stärkere staatliche Förderung. Kritisch bewertet der Verband jedoch das geplante staatliche Standarddepot als ordnungspolitischen Bruch, da der Staat damit zugleich Regulierer und Marktteilnehmer würde. Auch die Absenkung des Kostendeckels auf 1,0 Prozent sieht VOTUM mit Blick auf Wettbewerb und Marktentwicklung kritisch.